Ottonen · 21. April 2018
Das junge Paar wäre ein Glücksfall für die Klatschpresse gewesen, der 18 Jahre alte Kaiser Otto II. und Theophanu, die Kaiserin, das dreizehnjährige Mädchen aus dem fernen Byzanz. Vier Kinder, eine dramatische Geburt, eine nicht immer wohlwollende Schwiegermutter und ein unerwarteter früher Tod des Gatten. Was will man mehr. Doch Theophanu war weit mehr als nur "die Frau an seiner Seite". Festigkeit und männliche Wachsamkeit bescheinigten ihr die Zeitgenossen.

Ottonen · 13. April 2018
Fünf lange Jahre hatte sich Kaiser Otto der Große um eine Braut für seinen Sohn bemüht. Endlich hatte man am Kaiserhof im fernen Konstantinopel ein Einsehen und schickte ein zwölfjähriges Mädchen auf die Reise. Das Kind mit dem schönen Namen Theophanu war zweifellos gut geraten, es hatte nur einen Fehler: Es war keine Prinzessin. Nicht wenige am ottonischen Hof schmollten und fühlten sich übervorteilt, doch es sollte sich zeigen, dass sie es hätten schlechter treffen können.

Sport · 06. April 2018
Der König jagt! zum dritten und letzten Mal. Die Jagdbesessenheit frühmittelalterlicher Könige bildet den Abschluss unserer kleinen Trilogie. Die Jagd wird zum Vorrecht einer Minderheit. Ein Vergnügen für die oberen 10.000, bestens geeignet zum Netzwerken und insofern harte Arbeit. Und der König? Erlegt unverdrossen Wildschweine, um sich wie seine antiken Vorgänger als Bezwinger der Natur und Hüter der Herden zu beweisen.

Anmerkungen · 30. März 2018
Weihnachten kommt zwar immer überraschend früh , aber dafür jedes Jahr verläßlich am 24. Dezember. Ostern dagegen erfordert den Blick in den Kalender. Am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond feiern wir Ostern, also irgendwann zwischen dem 22. März und dem 25. April. Festgelegt wurde das im Jahr 325, aber noch Jahrhunderte feierte man in Europa kein einheitliches Osterfest. Denn die Berechnung war alles andere als einfach.

Sport · 23. März 2018
Wenn Helden und Herrscher jagten, dann mussten es schon große Tiere sein. Eber, Bären und vor allem Löwen - die gefährlichen Zerstörer der Kultur(landschaft) - galt es in heroischem Kampf niederzuringen. Selbst die eher pragmatischen Römer ließen sich, wenn auch spät, für die repräsentativen Formen der Jagd begeistern. Natürlich gelang es nicht jedem, so gewaltige Eber zu erlegen wie Herakles auf dieser attischen Vase. Aber versuchen konnte man es schon.

Sport · 16. März 2018
Es ist ein Gemetzel. Assurbanipal (668 - ca. 631 v.Chr.), König von Assyrien, jagt Löwen. Was einst des Königs Palast in Ninive schmückte und heute die Wände von Raum 10 im Britischen Museum in London ziert, ist nichts für zartbesaitete Gemüter. In blutigem Kampf unterwirft der König die bedrohliche Kreatur, den Inbegriff von Macht und Stärke.

Ausstellungen · 09. März 2018
Sie sehen aus wie die kleinen Fleißbildchen, die man früher manchmal im Religionsunterricht für Wohlverhalten bekam, nur sind die sieben handkolorierten Kupferstiche wesentlich älter und wesentlich wertvoller. Vor mehr als 500 Jahren schmückten sie das Gebetbuch der Utrechter Nonne Anna Wartys. Heute hängen sie im Graphikkabinett der Stuttgarter Staatsgalerie. Einst täglich in frommer Andacht betrachtet, sind sie zu Museumsstücken geworden.

Merowinger · 02. März 2018
Nicht alle Nonnen waren im Kloster glücklich, zumal sich die meisten dieses Leben nicht selbst ausgesucht hatten. Trotzdem kam es nicht alle Tage vor, dass 40 Nonnen ihr Kloster verließen, um sich lautstark zu beschweren. Dabei ging es nicht um gekürzte Essensrationen oder Misshandlungen, nein, die Frauen klagten, man behandle sie nicht ihrem Stand entsprechend. Die Entscheidungsträger ließen die Sache einfach laufen, was dazu führte, dass sich nicht nur die Frauen eine blutige Nase holten.

Anmerkungen · 23. Februar 2018
Was ist Schönheit? Im Fall der Uta von Naumburg ein entrückter Blick, ein schützend hochgeschlagener Kragen und ein leicht verrutschter Mantel. Ob das die Zeitgenossen auch so sahen? Schwer zu sagen. Jede Zeit hat ihre eigene Vorstellung von Schönheit. Im frühen Mittelalter blieb man da eher vage. Anmerkungen zu einem ambivalenten Thema.

Merowinger · 16. Februar 2018
Radegunde wollte nur eine einfache Nonne sein. Doch auch im Kloster war eine Königin viel mehr. Je besser die Beziehungen, um so selbstbewusster konnte frau auftreten. Gerade Frauen erweiterten ihre Spielräume im klösterlichen Umfeld. Da blieb auch mal ein Bischof auf der Strecke.

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