Religiöses Leben · 25. Mai 2019
Nach ihrem Tod werden manche Menschen auf eine Säule gestellt - entweder sinnbildlich oder in Stein gemeißelt. In längst vergangenen Zeiten fühlten sich einige Männer berufen, sich schon zu Lebzeiten auf eine Säule zu stellen. Andere fanden das unangemessen und griffen in die Trickkiste, um das Leben der Säulensteher wieder in geordnete Bahnen zu bringen.

Religiöses Leben · 10. Mai 2019
Simeon lebte mehr als 30 Jahre auf einer Säule in der syrischen Wüste. Eine asketische Übermotivation kam unter den frühen Christen des 5. Jahrhunderts immer mal wieder vor - jedenfalls im östlichen Mittelmeerraum. Simeon war besonders erfinderisch, wenn es um die Zerstörung seines Körpers ging. Ein Leben im Tod nannte es der Dichter Alfred Tennyson. Heiligkeit war nur im Kampf gegen sich selbst zu erringen. Und der trieb manchmal seltsame Blüten.

Ausstellungen · 15. März 2019
In der Londoner Royal Academy of Arts lässt die Renaissance die Hüllen fallen. Die geschundenen Körper christlicher Märtyrer, eine üppige Venus, ein koketter Heiliger, Pin-ups in privaten Andachtsbüchern - alles dreht sich um den nackten Körper. Erotisch aufgeladen fanden britische Rezensenten die gut besuchte Ausstellung. Nun ja, auf dem Kontinent ist man vielleicht weniger leicht erregbar.

Anmerkungen · 02. März 2019
Fragt man Kinder nach dem schönsten Tag des Jahres, dann werden die meisten ihren Geburtstag nennen. Kaum etwas ist befriedigender als einen ganzen Tag im Mittelpunkt zu stehen, Geschenke zu bekommen, das Lieblingsessen, ein Geburtstagsständchen und so weiter. Da kann Weihnachten nicht mit, obwohl es streng genommen ja auch eine Geburtstagsfeier ist, aber eben nicht die eigene. Nicht zu allen Zeiten nahm man den eigenen Geburtstag so wichtig wie wir es heute tun.

Ausstellungen · 15. Februar 2019
Für westliche Augen wirken sie eher wie die Kostüme einer bizarren Theateraufführung, nicht wie die Schutzpanzer durchtrainierter Elitekrieger. Rüstungen sind für uns die monochromen Blechteile europäischer Ritter. Doch die Rüstungen der japanischen Samurai waren äußerst effektive Schutzpanzer. Und in Friedenszeiten kostbare Statussymbole. Das Ehepaar Barbier-Mueller sammelt seit 30 Jahren alles, was zur Ausstattung eines Samurai gehörte. Ein Teil der Sammlung ist jetzt in München zu sehen.

Anmerkungen · 03. Februar 2019
Bestimmen Vornamen tatsächlich das Leben? Ganz so dramatisch ist es wohl nicht, aber die Wahl des rechten Namens für den Sprössling stellte die Eltern schon immer vor eine Herausforderung. In Zeiten, in denen der Mensch im abendländischen Europa nur einen Namen trug, musste man alle relevanten Informationen in diesen Namen packen. Lediglich die pragmatischen Römer machten es sich einfach. Zumindest, wenn es sich bei dem Kind um ein Mädchen handelte.

Unterwegs entdeckt · 11. Januar 2019
Eine kleine und sehr alte Kirche im Vinschgau gibt den Experten Rätsel auf. Dort sind außergewöhnliche frühmittelalterliche Fresken zu sehen, darunter ein schaukelnder Heiliger. Doch weder weiß man, um wen es sich bei dem Abgebildeten handelt, noch wann genau die Fresken entstanden sind. Denn es gibt nichts Vergleichbares.

Ausstellungen · 22. Dezember 2018
Wer die Ausstellung betritt, steht vor einem Abguss des riesigen Löwentors von Mykene, von dem es hieß, nur Riesen hätten die Steine bewegen können. Im Karlsruhe Landesmuseum kann man eintauchen in die mykenische Welt, die sich rasch vom einfachen Bäuerlichen zu prunkvollem Glanz entwickelte. Mykenische Herrscher wussten zu beeindrucken und mussten das wohl auch, wollten sie ihren Status behalten. Zu sehen sind spektakuläre Grabfunde, vieles davon zum ersten Mal in Deutschland. Empfehlenswert!

Ausstellungen · 15. Dezember 2018
Wer immer noch denkt, dass die Menschen des frühen Mittelalters nicht über ihren dunklen Hüttenrand hinausschauen konnten, sollte sich nach Bonn aufmachen und die Ausstellung "Europa in Bewegung" besuchen. Gut gemacht, beleuchtet die Ausstellung eine der dynamischsten Abschnitte der europäischen Geschichte. Nun kommt nicht jeder nach Bonn, aber zum Glück gibt es den hervorragend gemachten Katalog. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Blick hineinzuwerfen.

Essen & Trinken · 07. Dezember 2018
Zucker gibt es in Mitteleuropa erst seit etwas mehr als 1000 Jahre. Man verwendete die kostbaren Kristalle sparsam, als Gewürz oder Medizin. Erst mit dem großflächigen Anbau von Zuckerrohr in den Kolonien wurde aus dem süßen Stoff ein Produkt für die Massen. Die waren in Zeiten der Mangelernährung dankbar für den schnellen Energielieferanten.

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