Ausstellungen · 15. Februar 2019
Für westliche Augen wirken sie eher wie die Kostüme einer bizarren Theateraufführung, nicht wie die Schutzpanzer durchtrainierter Elitekrieger. Rüstungen sind für uns die monochromen Blechteile europäischer Ritter. Doch die Rüstungen der japanischen Samurai waren äußerst effektive Schutzpanzer. Und in Friedenszeiten kostbare Statussymbole. Das Ehepaar Barbier-Mueller sammelt seit 30 Jahren alles, was zur Ausstattung eines Samurai gehörte. Ein Teil der Sammlung ist jetzt in München zu sehen.

Anmerkungen · 03. Februar 2019
Bestimmen Vornamen tatsächlich das Leben? Ganz so dramatisch ist es wohl nicht, aber die Wahl des rechten Namens für den Sprössling stellte die Eltern schon immer vor eine Herausforderung. In Zeiten, in denen der Mensch im abendländischen Europa nur einen Namen trug, musste man alle relevanten Informationen in diesen Namen packen. Lediglich die pragmatischen Römer machten es sich einfach. Zumindest, wenn es sich bei dem Kind um ein Mädchen handelte.

Ausstellungen · 18. Januar 2019
Das Wandern zählt zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Höchste Zeit, dass das flotte Ausschreiten museal aufgearbeitet wird. Nach der erfolgreichen Berliner Ausstellung "Wanderlust", die sich der künstlerischen Umsetzung des Themas widmete, beschäftigt man sich in "Wanderland" mit der 250jährigen Geschichte des Wanderns. Zu sehen ist teils Kurioses, wie ein Wanderschuh Helmut Kohls, teils weniger Lustiges, denn vom Wandern zum Marschieren ist es oft nur ein kleiner Schritt.

Unterwegs entdeckt · 11. Januar 2019
Eine kleine und sehr alte Kirche im Vinschgau gibt den Experten Rätsel auf. Dort sind außergewöhnliche frühmittelalterliche Fresken zu sehen, darunter ein schaukelnder Heiliger. Doch weder weiß man, um wen es sich bei dem Abgebildeten handelt, noch wann genau die Fresken entstanden sind. Denn es gibt nichts Vergleichbares.

Ausstellungen · 22. Dezember 2018
Wer die Ausstellung betritt, steht vor einem Abguss des riesigen Löwentors von Mykene, von dem es hieß, nur Riesen hätten die Steine bewegen können. Im Karlsruhe Landesmuseum kann man eintauchen in die mykenische Welt, die sich rasch vom einfachen Bäuerlichen zu prunkvollem Glanz entwickelte. Mykenische Herrscher wussten zu beeindrucken und mussten das wohl auch, wollten sie ihren Status behalten. Zu sehen sind spektakuläre Grabfunde, vieles davon zum ersten Mal in Deutschland. Empfehlenswert!

Ausstellungen · 15. Dezember 2018
Wer immer noch denkt, dass die Menschen des frühen Mittelalters nicht über ihren dunklen Hüttenrand hinausschauen konnten, sollte sich nach Bonn aufmachen und die Ausstellung "Europa in Bewegung" besuchen. Gut gemacht, beleuchtet die Ausstellung eine der dynamischsten Abschnitte der europäischen Geschichte. Nun kommt nicht jeder nach Bonn, aber zum Glück gibt es den hervorragend gemachten Katalog. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Blick hineinzuwerfen.

Essen & Trinken · 07. Dezember 2018
Zucker gibt es in Mitteleuropa erst seit etwas mehr als 1000 Jahre. Man verwendete die kostbaren Kristalle sparsam, als Gewürz oder Medizin. Erst mit dem großflächigen Anbau von Zuckerrohr in den Kolonien wurde aus dem süßen Stoff ein Produkt für die Massen. Die waren in Zeiten der Mangelernährung dankbar für den schnellen Energielieferanten.

Anmerkungen · 30. November 2018
Mädchen, schlag die Augen nieder... Die züchtige Frau meidet den Blickkontakt (und hält die Knie zusammen). Im Florenz des 15. Jahrhunderts porträtierte man junge Frauen in strengem Profil, den Blick vom Betrachter abgewandt. Reich geschmückt und distanziert entsprachen sie den Vorstellungen von der idealen Braut.

Religiöses Leben · 16. November 2018
Rabimmel, rabammel, rabumm. Waren Sie letzte Woche auch beim Laternenlauf und haben Sie auch - wie jedes Jahr - die Geschichte vom heiligen Martin und dem geteilten Mantel gehört? Alle Jahre wieder! Aber wußten Sie auch, dass Martin einer der ersten Heiligen war, die eines natürlichen Todes starben? Dass man ihn wegen seines ungepflegten Äußeren kritisierte? Und dass um seine Leiche ein erbitterter Streit entbrannte?

Ereignis · 09. November 2018
Besucher klagten über karge Kost und die Bediensteten über kargen Lohn. Man war knauserig in Haus Doorn, dem niederländischen Exil des deutschen Kaisers. Fragt sich warum, denn die Regierung der neuen Republik erwies sich als überaus großzügig. Trotzdem fühlte sich der Kaiser beraubt. Sein württembergischer Kollege erhielt zwar deutlich weniger, kam aber auch ganz gut zurecht. Trotzdem war er den Stuttgartern noch über den Tod hinaus gram. Was viele Stuttgarter bis heute schmerzt.

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