Ausstellungen · 08. September 2018
Ein Schiffszwieback steht sinnbildlich für die maritime Geschichte Europas. Über Jahrhunderte entfernte man sich nicht zu weit von der Küste, doch mit der Überquerung des Atlantiks begannen die Probleme. Das Wasser roch nach zwei Wochen faulig, warmes Essen gab es nur bei ruhigem Wetter. Das Historische Museum in Berlin nimmt den Besucher in seiner Ausstellung "Europa und das Meer" mit auf eine Reise zu 11 Hafenstädten. Von Dörrfisch bis Plastikmüll, von Sklavenhandel bis Badeurlaub. Lohnt sich!

Bücher · 31. August 2018
Der neue Band des "Zeitlotsen" ist frisch erschienen. Und er beschäftigt sich im ersten Teil mit einer der interessantesten Persönlichkeiten des Mittelalters: Otto III. Otto war mit 3 Jahren bereits König, mit 16 Kaiser, mit 22 tot. Der zweite Teil ist seinem Verwandten und Nachfolger: Heinrich II. gewidmet. Viele Zeitgenossen sahen in ihm ein Kontrastprogramm zu seinem umtriebigen Vorgänger. Manch einer hoffte auf ein frühes Ableben des kränklichen, Königs. Sie sollten sich täuschen.

Unterwegs entdeckt · 25. August 2018
Reist man zum ersten Mal nach Wien, besucht man in der Regel auch Schloss Schönbrunn. Die meisten tun das wohl, um die privaten Gemächer von Sisi und Franz zu besichtigen. Dazu bucht man die Imperial Tour, 22 Räume in 40 Minuten. Die Führung verspricht "Schicksale und Stilepochen der Kaiserzeit" für 14,20 €. In Schönbrunn hielt sich Sisi allerdings kaum auf. Schon kurz nach ihrer Eheschließung war die Rastlose auf der Flucht - vor ihrer Stellung und vor ihrem Ehemann. Eine früh Emanzipierte?

Ottonen · 19. August 2018
Gerbert von Aurillac war 40 und fühlte sich zu Höherem berufen. Das Kind einfacher Eltern hatte bereits einen Kaiser unterrichtet, war berühmt für seine scharfzüngigen Reden, seine mathematischen und astronomischen Kenntnisse. Doch jetzt war er schon seit einigen Jahren Leiter der Domschule von Reims und im Nebenjob Sekretär und Diplomat in Diensten des Reimser Erzbischofs. Zweifellos hoch angesehene Positionen, aber Gerbert hatte nicht vor, sein Leben als Lehrer zu beschließen.

Ottonen · 11. August 2018
Gerbert war klug und ehrgeizig, außerdem konnte er jeden in Grund und Boden reden. Er hatte schon als Mönch das Ohr der Mächtigen, war Abt, Bischof und - als letzte Stufe der Karriereleiter - auch noch Papst. Als Papst nannte er sich Silvester II., doch selbst im Lexikon des Mittelalters wird er als Gerbert geführt. Das hätte ihm sicher gefallen, denn auch als Papst unterschrieb er mit: Gerbertus qui est Silvester, Gerbert, der Silvester ist.

Orte · 03. August 2018
Zum Schluss der kleinen Reihe über das wikingerzeitliche Haithabu geht es um Glaubensfragen. Die Einwohner Haithabus waren Grenzgänger zwischen dem heidnischen Skandinavien und dem christlichen Frankenreich. Es scheint, als ob das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religion ganz gut funktioniert hat - solange man nicht allzu dogmatisch war.

Orte · 20. Juli 2018
Mittelalterliche Händler waren nicht gerade zimperlich und die Wikinger schon gar nicht. Haithabus Wohlstand gründete sich zu einem guten Teil auf den Handel mit der "Ware" Mensch. Die Stadt an der Schlei war der größte Sklavenumschlagplatz Nordeuropas. Natürlich gab es auch weniger anstößige Handelsgüter: Fisch, Wachs und Bernstein. Nicht zu vergessen der Exportschlager der Eifel: Mühlsteine.

Orte · 15. Juli 2018
Ein multikulturelles Handelszentrum - klingt modern, war aber vor 1000 Jahren Realität. In der Wikingersiedlung Haithabu am äußersten Rand der Welt lebten Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion. Die Bessergestellten unter ihnen einte ein Ziel: Gewinnmaximierung! Haithabu entwickelte sich von einem Sommerlager der Friesen zum größten Handelsplatz des Nordens. Jetzt hat die UNESCO Haithabu zum Weltkulturerbe erklärt.

Ottonen · 07. Juli 2018
Sphragistik beschäftigt sich mit der äußeren Gestalt und der Funktion von Siegeln - gähn. Ja, das klingt nicht gerade aufregend. Doch in früheren Zeiten waren Siegel ein wichtiges Kommunikationsmittel und die Berater des Herrschers zerbrachen sich die Köpfe über ihre Gestaltung. Da wurden komplexe Bildprogramme entwickelt. Heute noch werden notarielle Beglaubigungen gesiegelt und ohne Siegel auf dem Kennzeichen zieht die Polizei das Auto aus dem Verkehr.

Ausstellungen · 29. Juni 2018
Die Kultur der Nasca hat weit mehr zu bieten als die großflächigen Bodenzeichnungen für die sie berühmt ist. Nämlich eine bildgewaltige Keramik und farbenprächtige Textilien, die sich dank des trockenen Klimas gut erhalten haben. Was Archäologen (und Raubgräber) ans Licht gebracht haben, ist jetzt in einer spektakulären Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle zu sehen. Und natürlich geht es auch um die Bodenbilder. Da haben die Wissenschaftler nämlich ganz neue Erkenntnisse.

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