Artikel mit dem Tag "Frauengeschichten"



Anmerkungen · 30. November 2018
Mädchen, schlag die Augen nieder... Die züchtige Frau meidet den Blickkontakt (und hält die Knie zusammen). Im Florenz des 15. Jahrhunderts porträtierte man junge Frauen in strengem Profil, den Blick vom Betrachter abgewandt. Reich geschmückt und distanziert entsprachen sie den Vorstellungen von der idealen Braut.

Unterwegs entdeckt · 25. August 2018
Reist man zum ersten Mal nach Wien, besucht man in der Regel auch Schloss Schönbrunn. Die meisten tun das wohl, um die privaten Gemächer von Sisi und Franz zu besichtigen. Dazu bucht man die Imperial Tour, 22 Räume in 40 Minuten. Die Führung verspricht "Schicksale und Stilepochen der Kaiserzeit" für 14,20 €. In Schönbrunn hielt sich Sisi allerdings kaum auf. Schon kurz nach ihrer Eheschließung war die Rastlose auf der Flucht - vor ihrer Stellung und vor ihrem Ehemann. Eine früh Emanzipierte?

Ottonen · 21. April 2018
Das junge Paar wäre ein Glücksfall für die Klatschpresse gewesen, der 18 Jahre alte Kaiser Otto II. und Theophanu, die Kaiserin, das dreizehnjährige Mädchen aus dem fernen Byzanz. Vier Kinder, eine dramatische Geburt, eine nicht immer wohlwollende Schwiegermutter und ein unerwarteter früher Tod des Gatten. Was will man mehr. Doch Theophanu war weit mehr als nur "die Frau an seiner Seite". Festigkeit und männliche Wachsamkeit bescheinigten ihr die Zeitgenossen.

Ottonen · 13. April 2018
Fünf lange Jahre hatte sich Kaiser Otto der Große um eine Braut für seinen Sohn bemüht. Endlich hatte man am Kaiserhof im fernen Konstantinopel ein Einsehen und schickte ein zwölfjähriges Mädchen auf die Reise. Das Kind mit dem schönen Namen Theophanu war zweifellos gut geraten, es hatte nur einen Fehler: Es war keine Prinzessin. Nicht wenige am ottonischen Hof schmollten und fühlten sich übervorteilt, doch es sollte sich zeigen, dass sie es hätten schlechter treffen können.

Merowinger · 02. März 2018
Nicht alle Nonnen waren im Kloster glücklich, zumal sich die meisten dieses Leben nicht selbst ausgesucht hatten. Trotzdem kam es nicht alle Tage vor, dass 40 Nonnen ihr Kloster verließen, um sich lautstark zu beschweren. Dabei ging es nicht um gekürzte Essensrationen oder Misshandlungen, nein, die Frauen klagten, man behandle sie nicht ihrem Stand entsprechend. Die Entscheidungsträger ließen die Sache einfach laufen, was dazu führte, dass sich nicht nur die Frauen eine blutige Nase holten.

Anmerkungen · 23. Februar 2018
Was ist Schönheit? Im Fall der Uta von Naumburg ein entrückter Blick, ein schützend hochgeschlagener Kragen und ein leicht verrutschter Mantel. Ob das die Zeitgenossen auch so sahen? Schwer zu sagen. Jede Zeit hat ihre eigene Vorstellung von Schönheit. Im frühen Mittelalter blieb man da eher vage. Anmerkungen zu einem ambivalenten Thema.

Merowinger · 16. Februar 2018
Radegunde wollte nur eine einfache Nonne sein. Doch auch im Kloster war eine Königin viel mehr. Je besser die Beziehungen, um so selbstbewusster konnte frau auftreten. Gerade Frauen erweiterten ihre Spielräume im klösterlichen Umfeld. Da blieb auch mal ein Bischof auf der Strecke.

Merowinger · 09. Februar 2018
Was immer frau auch aus ihrem Leben machen wollte, es endete im Kloster. Jedenfalls für frühmittelalterliche Königstöchter, die entweder schon als Kind von ihrer Familie ins Kloster gegeben wurden oder sie heirateten, wurden Witwe, und gingen dann ins Kloster (außer sie starben vorher im Kindbett oder an irgendeiner Krankheit). Wollte sich eine Frau dem ihr vorbestimmten Schicksal entgegenstemmen, dann um sich einer Heirat zu verweigern und selbstbestimmt den Schleier zu nehmen.

Religiöses Leben · 17. November 2017
Leicht war dieses Leben gewiss nicht, aber immerhin selbstgewählt. Im Jahr 916 ließ sich Wiborat in St. Gallen bei der Magnuskirche einmauern. Sie hatte beschlossen, den Rest ihres Lebens in einer spartanischen Zelle zu verbringen, Geist und Fleisch abzutöten, um so Gott näher zu sein. Diese extreme Lebensform wählten im Mittelalter immer wieder Frauen und auch Männer, gestorben für die Welt, lebten sie trotzdem nicht in völliger Isolation.

Anmerkungen · 03. November 2017
Eine gelehrte Frau wird von manchen Männern schon als Bedrohung empfunden. Wenn sie dann noch den Stuhl Petri erklimmt, kann das nur böse enden. Tut es auch. Die Päpstin stirbt bei der Geburt eines Kindes. Wahrheit oder Legende?

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