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Berlin-Impressionen - Heute (fast) nur Fotos

Berlin-Graffiti: Heute war damals Zukunft
Ist doch auch ein nettes Motto für Historiker

Der dritte Band des Zeitlotsen soll jetzt endlich fertig werden, daher im Freitagsblog nur ein paar Impressionen vom letzten Berlin-Trip. Wer seine Begleitung erschöpfen möchte, dem sei die Museumsinsel ans Herz gelegt. Man kann hier mehr als einen ganzen Tag verbringen - trotz Umbauarbeiten. Wunderschön das Haus für Nofretete, das Neue Museum, vom britischen Architekten David Chipperfield und seinem Team behutsam renoviert. Ein grandioser Augenschmaus. Moderne Materialien gehen eine gelungene Verbindung mit der alten Bausubstanz ein. Kein historisierender Wiederaufbau, sondern Modernität mit Geschichtsbewusstsein. Im besten Sinne ein Haus mit Geschichte: die Schäden des Krieges, vom Zahn der Zeit angenagte Wandmalereien, ein wenig morbid, wäre da nicht die klare Formensprache der modernen Ergänzungen. 200 Millionen Euro hat die Sanierung des 2009 wiedereröffneten Hauses gekostet und war damit billiger als veranschlagt. Ja, so etwas gibt es auch noch.

Neues Museum Berlin

Fotocollage: Bröckelnder Putz an Säulen im Neuen Museum, Plakat von Nofrete und das Brandenburger Tor in Kakao

Überall anzutreffen: Nofretete und das Brandenburger Tor auf dem Capuccino. Oben links: Risse, Einschusslöcher und bröckelnder Putz sind kein Mangel, sondern Teil des Konzepts.

Berliner Grüner Kopf

Durchblicke. Der berühmte Grüne Kopf, wie Nofretete schon lange in Berlin eingemeindet, entstanden in der Spätzeit Ägyptens um 400 v.Chr.. Seinen Namen verdankt er der hoch polierten, grünlich schimmernde Grauwacke. Der Kopf ist eine der seltenen Altersdarstellungen in der ägyptischen Kunst. Über den Porträtierten weiß man nichts, nur dass er Priester war, erkennbar an seinem kahlen Kopf. Auf den ersten Blick denkt man, es handele sich um ein lebensechtes Porträt (sehr unägyptisch), es ist aber eine geschickte Konstruktion. Schaut man genau hin, sieht man, dass beide Hälften exakt gegengleich gearbeitet wurden.

Treppenhalle Neues Museum, Mittelaltersaal, Denar Karls des Großen

Detail aus der Treppenhalle. Blick in den Mittelaltersaal, der schwarze Kasten in der Mitte des Ganges enthält den silbernen, 19 mm großen Bildnisdenar Karls des Großen, der möglicherweise unmittelbar nach der Kaiserkrönung in Rom geprägt wurde. Links unten eine Abzeichnung der Vorderseite. Es handelt sich nicht um ein Porträt des Kaisers. Griechisches Profil und vorspringendes Kinn sind idealtypisch.

Pergamonmuseum

Löwenrelief, 85 cm hoch
Löwenrelief, 85 cm hoch

Das Pergamonmuseum wird gerade renoviert. Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Für mich immer wieder sehenswert. Die babylonische Prozessionsstraße und das Ischtar-Tor, entstanden zur Zeit König Nebukadnezars II. (604-562 v.Chr.). Die Straße war Teil des nördlichen Zugangs zur Stadt Babylon. Über eine Länge von 180 Metern wurde der Besucher von den schreitenden Löwen, dem Symbol der Göttin Ischtar, begleitet. Was im Museum zu sehen ist, ist nur ein Abklatsch der wahren Dimension der Anlage. Da ist die Vorstellungskraft des Betrachters gefordert.

 

Alle Fotos aufgenommen im Neuen Museum/Pergamonmuseum Berlin (außer Capuccino und Graffiti)

Museum of Trash

Berliner Mülleimer mit dem Aufdruck "Museum of modern Trash"

Zum Schluss noch ein Vorschlag für einen alternativen Museumsbesuch. Na, wie wär’s?

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